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Verluste aus Wertpapiergeschäften

Verluste aus Wertpapiergeschäften sind bitter. Und noch bitterer ist es, wenn der Verlust steuerlich nicht geltend gemacht werden kann.

Diese Auffassung hat aber bisher für bestimmte Fälle das BMF in seinem für die Banken verbindlichen Schreiben über die Abgeltungsteuer vertreten, wo referiert wird, dass im Fall eines Totalverlusts überhaupt keine Veräußerung vorliege.

“Eine Veräußerung liegt nicht vor, wenn der Veräußerungspreis die tatsächlichen Transaktionskosten nicht übersteigt.“

Weil dieses BMF-Schreiben für die Banken verbindlich ist, werden solche Verluste in den Bescheinigungen der Banken über die erzielten Kapitalerträge nicht berücksichtigt (keine Berücksichtigung im Verlustverrechnungstopf).

Dieser Verwaltungsmeinung ist jetzt das Finanzgericht Niedersachsen mit einem praktisch bedeutsamen Urteil vom 26. Oktober 2016 entgegengetreten. Im Urteilsfall erklärte der Kläger Verluste aus einem Aktienverkauf in seiner Steuererklärung. Die Verluste hatten entsprechend den Erlassen der Finanzverwaltung in den Bescheinigungen der Bank keinen Niederschlag gefunden und blieben auch im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung unbeachtet. Das Finanzgericht gab dem Steuerpflichtigen Recht und entschied, dass ein Verlust aus der Veräußerung von Aktien auch ohne Bescheinigung der Bank bei der Veranlagung berücksichtigt werden kann, wenn die Bank wegen der für sie bindenden Verwaltungserlasse keine Verlustbescheinigung ausstellen kann.

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