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Gerichtliche Vertretung einer Aktiengesellschaft durch den Aufsichtsrat

Mit Urteil vom 20.03.2018 (Az.: II ZR 359/16) hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass der Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft dann zur gerichtlichen Vertretung der Gesellschaft befugt ist, wenn der Aufsichtsrat in dem zugrunde liegenden streitigen Rechtsverhältnis zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt war.

Im vorliegenden Fall hatte der Aufsichtsrat in Ausübung seiner Einsichts- und Prüfungsrechte gemäß § 111 Abs. 2 S. 2 AktG in berechtigter Weise einen Sachverständigen im Namen der Gesellschaft beauftragt. Die Gesellschaft werde zwar gemäß § 78 Abs. 1 AktG im Grundsatz durch den Vorstand vertreten, ergänzend hierzu hat aber der Aufsichtsrat nach § 111 Abs. 1 S. 2 AktG das Recht selbst Sachverständige zu beauftragen. Ausfluss dieses Rechts ist es, dass die Gesellschaft in einem an der Beauftragung des Sachverständigen anknüpfenden Rechtsstreit durch den Aufsichtsrat vertreten wird.