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Einzelhändler aufgepasst: Die Kassennachschau droht

Mit Wirkung zum 01.01.2018 ist der neue § 146b der Abgabenordnung (AO) in Kraft getreten. Die Vorschrift erlaubt es dem Finanzamt nun auch außerhalb förmlicher Außenprüfungen (§ 193 AO) und auch ohne vorherigen Ankündigung, die Kassenaufzeichnungen von Steuerpflichtigen zu überprüfen.

Dabei erstreckt sich die Prüfungskompetenz des Finanzamts auch auf die Überprüfung elektronischer Aufzeichnungssysteme. Die neue Vorschrift gestattet dem Finanzamt, während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten die Geschäftsräume des Steuerpflichtigen zu betreten – im Einzelhandel also auch samstags, wobei dies eher theoretisch bleiben dürfte.

Dabei erlegt das Gesetz dem Steuerpflichtigen auch Mitwirkungspflichten auf: So müssen im Rahmen der Kassennachschau sämtliche Aufzeichnungen, Bücher und alle sonstigen Organisationsunterlagen vorgelegt werden, die für die Besteuerung relevant sein können. Ebenso kann das Finanzamt Einsicht in elektronisch geführte Aufzeichnungen sowie deren Übertragung auf einen maschinell auswertbaren Datenträger verlangen.

Besonders pikant ist die Regelung des § 146b Abs. 3 S. 1 AO: Wenn die im Rahmen der Kassennachschau getroffenen Feststellungen einen Anlass hierfür bieten, kann in eine Außenprüfung nach § 193 AO übergegangen werden – ohne vorherige Ankündigung.

Steuerpflichtige, die einer Kassennachschau unterzogen werden, laufen somit Gefahr, dass bei Ihnen auch ohne vorherige Ankündigung eine Außenprüfung durchgeführt wird und auch weitere Fehler aufgedeckt werden, ohne dass diese zuvor abgestellt werden können. Diese Konsequenz zeigt, wie wichtig es ist, ordnungsgemäße Kassenaufzeichnungen zu führen und dem Finanzamt keinen Anlass zu Beanstandungen zu geben.

Unsere Ansprechpartner im Steuerrecht beraten Sie gerne zu allen Fragen.