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Droht Verjährung etwaiger Ansprüche im Diesel-Abgasskandal?

Der Dieselskandal beschäftigt nun schon seit September 2015 sowohl Presse als auch Rechtsprechung. Grund genug, um zu prüfen, ob zum Ende des Jahres 2017 bereits die ersten Ansprüche verjähren.

Zu unterscheiden sind die etwaigen Gewährleistungsansprüche gegen den Händler, bei dem das Fahrzeug erworben wurde und etwaige deliktische Ansprüche gegen den Hersteller. Für die Ansprüche gegen den Händler gilt grundsätzlich bei Neufahrzeugen die zweijährige Gewährleistungsfrist, welche mit der Übergabe des Fahrzeugs beginnt. Bei Gebrauchtfahrzeugen ist die Frist meist sogar auf ein Jahr reduziert.

Im Unterschied hierzu unterliegen die Ansprüche gegen den Hersteller der Regelverjährung von drei Jahren und verjähren daher erst zum 31.12.2018. Das Kraftfahrtbundesamt hat eine Rückrufaktion der betroffenen Fahrzeuge angeordnet. VW kündigte daraufhin an, die Halter der betroffenen Fahrzeuge schriftlich zu informieren, wenn das betroffene Fahrzeug umgerüstet werden kann. Es empfiehlt sich jedoch, bereits vor der Umrüstung vom Fahrzeughändler eine schriftliche Bestätigung einzuholen, dass sich dieser die Nachrüstarbeiten durch den Hersteller zurechnen lässt, um etwaige Ansprüche gegenüber dem Händler zu sichern.

Bei einigen Fahrzeugeigentümern, die ihr Fahrzeug im Jahr 2015 gekauft haben, kommt es nun zum 31.12.2017 zur Verjährung der Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Händler. Um eine drohende Verjährung noch rechtzeitig zu verhindern, empfiehlt es sich, noch vor der Umrüstung Ihres Fahrzeuges, Ihren Fahrzeughändler aufzufordern, schriftlich auf die Einrede der Verjährung bis zum 31.12.2021 zu verzichten, zumindest aber bis zum Ablauf des zweiten Monats nach Abschluss der Rückrufaktion durch VW. Einen Musterbrief hierzu finden Sie auf den Seiten der Verbraucherzentrale oder des ADAC.

Ob tatsächlich Verjährung droht, muss aber natürlich in jedem Fall einzeln geprüft werden. Haben Sie Fragen, dann wenden Sie sich gerne an uns.