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Befristete Teilzeit

Die Neuerungen zur befristeten Teilzeit, auch Brückenteilzeit genannt, treten zum 01.01.2019 in Kraft.

1. Brückenteilzeit

Auf Antrag des Arbeitnehmers kann die Arbeitszeit zukünftig für einen, im Voraus zu bestimmenden, Zeitraum von einem Jahr bis zu fünf Jahren verringert werden. Der Anspruch ist, ebenso wie der Anspruch auf zeitlich nicht begrenzte Teilzeitarbeit, nicht an das Vorliegen bestimmter Gründe geknüpft. Der Arbeitnehmer muss hierfür dem Betrieb mindestens seit sechs Monaten angehören. Im Übrigen kann eine Ablehnung, wie auch schon bei einer zeitlich unbefristeten Teilzeit, nur aus betrieblichen Gründen erfolgen. Während der Dauer der Brückenteilzeit ist keine weitere Veränderung der Arbeitszeit möglich. Voraussetzung für die Brückenteilzeit ist, dass in dem Unternehmen in der Regel mehr als 45 Arbeitnehmer beschäftigt werden. Arbeitgeber mit einer Beschäftigtenzahl von 46 bis 200 müssen jeweils nur einem von 15 Arbeitnehmern den Anspruch auf befristete Teilzeit gewähren. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber mit beispielsweise 65 Beschäftigten maximal fünf Beschäftigten Brückenteilzeit zu gewähren haben.

Nach der gesetzlichen Neuregelung soll ferner eine Rückkehr in die Vollzeit ermöglicht werden. Bislang bestand ein derartiges Rückkehrrecht in eine Vollzeitstelle nur bei der Eltern-, Pflege- oder Familienpflegezeit.

Für Arbeitnehmer, die sich vor dem 01.01.2019 bereits in Teilzeit befinden und wieder in einer Vollzeitstelle tätig werden möchten, begründen die Regelungen zur Brückenteilzeit keinen Anspruch. Allerdings soll auch diesen die Aufstockung ihrer Arbeitszeit im Zuge der Gesetzesänderung erleichtert werden. Daher muss der Arbeitgeber künftig darlegen und gegebenenfalls beweisen, dass keine geeignete Stelle frei ist bzw. der Arbeitnehmer für die gewünschte Voll-zeitstelle weniger geeignet ist als ein anderer Mitbewerber.

Neu ist weiterhin, dass wirksame Anträge auf Arbeitszeitänderungen künftig in Textform zu erfolgen haben. Der betroffene Beschäftigte darf, wenn er seinen Wunsch auf Änderung der Arbeitszeit mit dem Arbeitgeber erörtert, den Betriebsrat hinzuziehen.

2. Arbeit auf Abruf

Mit diesem Gesetz tritt auch eine Neuerung bei der Arbeit auf Abruf, nämlich der Beschränkung der möglichen abrufbaren Zusatzarbeit, in Kraft. Das einseitig vom Arbeitgeber bestimmbare Arbeitsvolumen darf künftig nicht mehr als 25% der vereinbaren wöchentlichen Mindestarbeits-zeit bzw. höchstens 20% der vereinbarten Höchstarbeitszeit betragen. Besteht keine Festlegung hinsichtlich der wöchentlichen Arbeitszeit, so gilt eine Arbeitszeit von 20 Stunden als vereinbart.

Für eine nähere Beratung zu diesen und auch anderen Themen stehen Ihnen unsere Experten im Arbeitsrecht gerne zur Verfügung.